Newsletter: KW 13 in Genderhausen

So, hätten wir den März auch geschafft. Bleibt nur die Frage, wie das denn so schnell passieren konnte?! Menschenskinder, schon April. Und irgendwie sind dabei ein paar “must do’s” liegengeblieben – aber weil die Hoffnung ja wahrhaftig als letztes stirbt, glaub ich dem Frühling jetzt mal, dass er erstmal bleibt. 

Und damit ist auch schon das Highlight der KW 13 draussen: Sonne! Und Bier auf Terrassen. Wie mein Chef vor ein paar Tagen auf einer solchen mit eher nicht-so-schönem-Ausblick meinte: “Terrassen sind immer geil.” (Siehe Foto)

Berlin Halbmarathon

Ja. Und laufen eigentlich auch. Vor allem, wenn man so viel und lange läuft, dass sich irgendwann dieses unübertroffen stumpfe Gefühl des “einfach-immer-weiter” einsetzt. Jaja, Metaphern-Sport. Gestern bin ich dann den Berliner Halbmarathon gelaufen. Als lahme, glückliche Ente. Noch son Highlight.

Aber Lowlights (Plural) gab es leider auch, und zwar, eh klar, einmal mehr in Genderhausen. Die britische Daily Mail brachte es am Dienstag fertig, über die Brexit-Verhandlungen mit folgendem Aufmacher zu berichten.

Daily Mail Screenshot

Die Daily Mail ist die meistgelesene Newssite der Welt, da kann man sich also schon mal richtig drüber aufregen. Im “Guardian” gab es eine schöne Zusammenfassung der Reaktionen, mein Favorit – who would have thought – Ed Miliband:

Ed Miliband Twitter Screenshot

Genug von dem Drecksblatt, denn es gibt auch so viele tolle Medienmacher*innen. Womit wir direkt beim Thema sind: Sprachliche Gleichstellungsversuche. Kaum ein Thema, das so zuverlässig die immer gleichen Ablehnungsgefechte auslöst. Binnen-I, „Gendersternchen“ und die Ausschreibung der weiblichen Form bringt nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern so gut wie jeden zweiten Facebook-Kommentierenden auf die Palme. Matthias Dell hat da im Deutschlandfunk einen tollen Beitrag zu verfasst. Er fasst nicht nur zusammen, wieso und weshalb diese sprachlichen Gleichstellungsversuche wichtig sind, wie brüchig die Argumente der „Gegner“, sondern erklärt auch, wie damit umzugehen sei:

Weil Gender-Vielfalt in der Sprache offensichtlich ein gesellschaftliches Bedürfnis ist und nicht nur die Grille eines durchgeknallten sogenannten Tugendwächters, nutzt einfach jede die Form, die sie für angemessen hält. Sternchen, Binnen-I, generisches Maskulinum – an ihren Schreibweisen sollt ihr sie erkennen.

[Zwischenfrage: Wie geht ihr damit um? Ich bin ja eigentlich für das generische Femininum, ertappe mich aber auch noch oft genug dabei, wie mir das „gendern“ untergeht…]

Toller #Webfund. Und noch mehr #Lesestoff gibt es auch in gebundener Form, denn Rebecca Solnit hat ein neues Buch geschrieben. Den meisten wird sie vielleicht als die, die den ursprünglichen „Mansplainimg“-Essay geschrieben hat, bekannt sein, schon Grund genug, sich Solnit mal ausführlicher zu Gemüte zu führen. Aber ihr neues Buch, eine Essaysammlung mit dem Titel „The Mother of All Questions“, verspricht auch wieder famoses Gedankengut. Ich habe es noch nicht gelesen, aber die Rezensionen sind überschwänglich und versprechen einen Rundumschlag der feministischen Literatur des 20. Jahrhunderts in dem Solnit herausarbeitet, wie Frauen eine eigene Stimme zugestanden wurde (also nicht), wie sexuelle Gewalt angesprochen wurde und welche Rolle Pornographie dabei spielt.

Apropos „Frauen zum schweigen bringen“: Ich war vor ein paar Tagen bei einem Seminar, in dem es um philosophische Aspekte der Liebe und von romantischen Beziehungen ging. Ein Seminarteilnehmer sprach den Dozenten hinterher auf die Auswahl der Philosophen (sic!) und Schriftsteller (sic!) an:

„Ich weiß ja nicht, aber war da denn gar keine Frau dabei?“

„Ich: Eine. Ich hab gezählt.“

„Dozent: Naja, dass ist halt schwierig. Nennen Sie mir doch mal fünf Schriftstellerinnen.“

Momente, an denen man sich fast an seiner Fassungslosigkeit verschluckt. Und noch ein weiterer Mensch, der das Solnit-Buch vielleicht mal lesen sollte….(und einige andere mehr).

Außerdem, der Vollständigkeit halber: Ich habe die Woche auch geschrieben. Und zwar bei ze.tt zum Begriff der „Schlampe“ und bei der Welt über die Frage, was denn nun glücklicher macht, Sex oder Geld.

Was ich mir wünsche: Das Bleiben des Frühlings. Mehr Gendersternchen. Für alle! Und euch eine prima Woche. Habt’s fein, baba, ihr Lieben!

P.S. Zum Artikelbild. Ich hätte SO GERNE diese Münze aus dem Bode-Museum geklaut. Stattdessen komme ich aus dem Lachen zu der Posse NICHT MEHR raus.

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