Newsletter: KW 18 in Genderhausen

Letzte Woche war fast vorhersehbar: Verkürzt, daher flott vorbei und auch in Genderhausen war nach der ganzen BS-Kackophonie der denkwürdigen KW 17 ein wenig Durchschnaufen angesagt. Ich hab’s auch versucht, aber meine hochtrabenden Ausschlaf-Projekte sind leider etwas von den Tücken der Erwerbsarbeit eingedampft wurden. Aber einmal hab ich’s geschafft, daher jetzt mit Munterkeit ans Highlight der letzten Woche.

Und das war ein Artikel der tollen Stevie Meriel Schmiedel, Geschäftsführerin des Vereins Pinkstinks (hier mehr Info dazu). Pinkstinks startet nämlich jetzt eine Serie, „Männer im Feminismus“, in deren Rahmen Blogger und Feministen sich mit Zuschreibungen, (ungewollten) Privilegien und Fragen wie: Wie können wir eigentlich zusammen arbeiten?, auseinandersetzen werden.

Denn, klar: Wer sich das patriarchale System wegwünscht und unter männlichen Privilegien (in allen Lebensbreichen) leidet, dessen Wut trifft oft genug „die Männer“. Aber wir wissen ja auch, dass nicht alle Männer diese Privilegien so herausragend finden und dass viele viele Männer sehr unter den Anforderungen heteronormativer Männlichkeit leiden. Auch in allen Lebensbereichen. Und gerade deswegen ist die Perspektive „Männer im Feminismus“ so spannend. Ich freu mich also auf die Reihe, hier gibt’s mehr Info und die Anmeldung zum Newsletter.

Ein privat Highlight war der schöne „Nä, wat sind wir gerne Freelancer“-Arbeitstag bei der wunderbaren Isabell, die mich dabei auf mein Genderhausen-Lowlight aufmerksam gemacht hat. Xing! Die Berufsplattform hat ein massives Algorithmus-Problem. Wer bei Xing nach „Fotograf“ oder „Journalist“ sucht, bekommt nämlich genau das. Fotografen und Journalisten. Keine Fotografinnen oder Journalistinnen. Wer also einfach eine*n kompetente*n Fotografen*in sucht, der muss bei Xing eine Doppelsuche anwerfen. Einmal nach Fotograf und dann nach FotografIN. Das Problem hat aber natürlich zwei Seiten: Auf der einen Seite wissen die Suchenden nichts von diesem Algorithmus und nehmen so womöglich an, dass die angezeigten Männer* eben einfach die Besten ihres Faches sind. Auf der anderen Seite können sich Frauen*, die bei Xing gefunden werden wollen, nur behelfen, in dem sie sich zu Männern machen und die männliche Berufsbezeichnung in ihr Profil schreiben. 2017, und relativ hart, dass ein Digital-Unternehmen wie Xing es nicht schafft, den Algorithmus umzuprogrammieren. Mehr dazu bei Marketing Madam.

Und wo wir schon beim Thema sind. Auch Facebook hat ein Gender-Problem. Das Wall Street Journal hat das Thema aktuell auf’s Tablett gebracht, denn ein*e ehemalige*r Mitarbeiter*in von Facebook hat eine Analyse der Ingenieur-Angestellten von Facebook vorgelegt. Nach dem Papier wird der Code von Technikerinnen zu 35 Prozent häufiger zurückgewiesen als der von Technikern. Facebook selbst ist un-begeistert über den Leak und betont, das Daten-Set sei nicht komplett und zudem schade ein solcher Leak dem weiteren Recruiting-Prozess des Unternehmens.

Nunja. Nach dem letzten Diversity-Report von Facebook sind genau 17 Prozent der technischen Angestellten Frauen. Vielleicht, vielleicht ist das Problem also eher hausgemacht. Achso: Und wer sich jetzt fragt, ob es denn überhaupt genug Frauen gebe, die man anstellen könne und ob die es dann überhaupt drauf haben, der sollte sich eine GutHub-Studie aus dem letzten Jahr anschauen. Dort wurde nämlich anonym ausgewertet, wessen Code öfters angenommen wurde. Klares Ergebnis: Der Code von Frauen wurde häufiger angenommen. Allerdings NUR, wenn ihr Gender nicht identifizierbar war…. Der Artikel des WSJ steckt hinter einem Abo, daher hier die Info vom Guardian.

Ans ❤ legen möchte ich euch einen #Netzfund, und zwar die letzte Kolumne von Margarete Stokowski. Mal wieder schlicht famos geschrieben und mal wieder und immer wieder auf den Punkt. Und zwar bei der Frage, ob sich Ivanka Trump Feministin nennen dürfe:

Natürlich. Wer könnte es ihr verbieten? Ivanka Trump darf sich selbstverständlich eine Feministin nennen, genau wie Nordkorea seine schrottigen Raketen testen darf, es geht halt nur offensichtlich schief.

Der ganze Artikel ist hier zu finden.

Ich habe auch ein bisschen geschrieben, und zwar zu der Frage, was man gegen Liebeskummer tun kann (hier) und zum Thema Freundschaft (hier): „Warum das Ende einer Freundschaft schlimmer als das Ende einer Beziehung sein kann.“

Und für die kommende Woche wünsche ich mir, dass das, was ich gerade für ein Überbein an meinem Knöchel halte, keines ist, eine hohe Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in NRW und generell wünsche ich mir: Mehr Spargel. Uns allen.

Baba, macht’s gut, Ihr Lieben!

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