Newsletter: KW 25 in Genderhausen

Ich bin platt wie eine Flunder. Und das tut mir leid. Denn auf Genderhausen habe ich auch nicht so richtig geachtet, letzte Woche, vor lauter Brass (und ja, Katern). Aber ein paar Reserven habe ich noch und #Lowlights gab’s ja auch genug. Aber ein #Highlight gab’s auch und damit geht es los: Auf Empfehlung der UN haben sich nämlich am Donnerstag erstmals Werbetreibende zusammengefunden, um eine Initiative gegen Gender-Stereotype in der Werbung zu starten. Und da ein Anfang ja zumindest schon mal ein Anfang ist, gibt’s kurzen Applaus und dann mal weitersehen…

Mit den #Lowlights ging es leider nicht so sparsam zu. Da wäre als erstes mal wieder die FAZ. Dort wütete ein Wirtschaftsredakteur über den zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Stichwort „Gender-Gejammer.“ Alles völlig übertrieben, Frauen würden schließlich nicht gezwungen unterbezahlte Jobs anzunehmen und Familien zu gründen. Und sich dann auch noch drum zu kümmern. Der tolle Daniel Schreiber schreibt bei piqd dazu:

Gerade von einem Wirtschaftsredakteur sollte man natürlich erwarten, dass er sich mit den Dynamiken von Systemen besser auskennt. Hinter Schäfers Argument steckt eine misogyne Falschannahme, die solche Diskussionen oft bestimmt: Jedes Individuum sei komplett selbst für seinen Platz in der Gesellschaft verantwortlich und könne sich frei machen von den Zwängen existierender, es unterdrückender Strukturen. Eine Frau ist, mit anderen Worten, selbst daran Schuld, wenn sie weniger verdient und ungleich behandelt wird. Bezeichnenderweise wird diese Annahme nur von erfolgreichen, weißen, heterosexuellen Männern vorgebracht, die glauben, dass sie ihre Position aus eigenen Kräften erarbeitet haben und nicht weil sie vom System bevorzugt wurden. Bei diesem Kommentar geht es letztlich um nichts anderes als die Sicherung von Herrschaftsmacht.

Wer sich also noch einmal mit misogynen Argumenten auseinandersetzen will, der kann hier zur FAZ weiterklicken – und sollte das auch tun, denn diese Argumente tauchen zu oft auf, als das man sie nicht gut kennen sollte.

#Lowlight Nummer 2 kam von Hajo Schumacher, der bei der Morgenpost mal so richtig Dampf abgelassen hat. Über das dämliche „Beratermädchen“, das ihm im ICE die Nerven raubt:

Kleines Beratermädchen, Du platzt vor Glück, weil Du diese Woche Deinen ersten Prozess optimiert hast, kaum war Dein Masterstudium fertig. Nee, klar, schlechter als 1,7 sollte man nicht performen.

Und, der Klassiker:

Du brauchst den Bonus für Deine Beratermädchenwohnung mit den witzigen Beratermädchenmöbeln. Spätabends kommt dann manchmal der Chef vorbei für ein Beratermädchenkarriereberatungsgespräch.

Wer ernsthaft die Frage stellt, warum dieser Text sexistisch ist, der lässt sich bestimmt auch von nem FAZ-Artikel davon überzeugen, dass der Gender-Pay-Gap eine Schimäre ist. Mich regt dieser Artikel auf. Und das ging mir nicht alleine so. Kommentare wie immer aufschlussreich…

Genug davon, muss gerade etwas auf meine Laune achten.

Daher noch flugs ein #Netzfund, vom The Atlantic, leicht verspätet – aber dieses Buch möchte ich unbedingt lesen.

Geschrieben habe ich auch, aber viel weniger, als ich wollte. Bei ze.tt über Demütigung und bei WELT kmpkt über Gründe mit dem*der Ex befreundet zu sein, warum Sex gut für’s Gehirn ist und was passiert, wenn wir einen geliebten Menschen berühren.

Für nächste Woche wünsche ich mir Ruhe, Kraft und geiles Essen. Euch auch! Baba, macht’s gut, ihr Lieben!

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