Newsletter: KW 27 in Genderhausen

In mir drin schwappt zwar das Bedürfnis, mich (auch noch hier) über die anstrengende letzte Woche auszulassen, aber – Stichwort Triebkontrolle – ich lass das mal. Stattdessen ein kleines #Highlight Feuerwerk zu Beginn: Die Geburtstagsfeier des Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie am 8. Juli in Berlin.

Kurz, falls ihr es noch nicht kennt, zum Hintergrund: Das GWI ist ein der Heinrich-Böll-Stiftung angegliedertes Institut, an dem Geschlechterthemen und feministische Ansätze in unterschiedlichen Formaten diskutiert und vermittelt werden. In einer Reihe von Publikationen, Veranstaltungen, Preisen, Stipendien und auch Beratung. Also „schöne Sache das“, wie Toni Transit auf der Geburtstagsfeier sagte und damit bin ich also wieder beim eigentlichen Highlight, der Feier.

IMG_5787

Zu Beginn gab es sechsminütige Blitzlicht-Vorträge: Was ist/wird wichtig im Feminismus? Die blitzschnelle Ulrike Lembke forderte die endgültige Abschaffung des „Abtreibungsparagrafen“ §218 (Zur Erinnerung: Abtreibung ist in Deutschland immer noch eine Straftat) – weil, u.a.: „Kein Gott, kein Staat, kein Feuilleton hat da ein Mitspracherecht.“

Tarik Tesfu von Tarik’s Genderkrise erklärte den Gender Hate Gap im Internet und dabei fiel mir wieder ein Bericht vom Guardian ein, der sich damit vor einiger Zeit mal intensiver auseinandergesetzt hat: Von den 10 Autoren*innen, die bei der britischen Zeitung am meisten „Hate“ abbekommen, sind acht Frauen. Das deutet das Ausmaß des Gender Hate Gap zumindest an.

Und Jamie Shearer forderte ein Ende des One Size Fits All-Feminismus. Ihre Aufforderung, sich zum*zur Nachbar*in umzudrehen und eigene „intersektionale Momente“ zu diskutieren, hat – wie ich das so wahrgenommen habe – nicht nur mich überfordert…also, da müssen wir ran.

Es folgten „Meet your idol“-Sessions, in denen die Gäste sich für jeweils 15 Minuten mit Feminist*innen zusammensetzen konnten. Sabine Hark, Adrienne Goehler, Laura Méritt, Barbara Unmüßig…und ich hatte die Freude, mit Mareice Kaiser zu sprechen. War also eigentlich schon genug beseelt, doch dann gab’s noch ein paar feine Gespräche obendrauf und zum Abschluß ein Geburtstagskonzert der famosen Sookee, die ich vorher gar nicht so richtig kannte (ich weiß, ich weiß…) und die ich jetzt natürlich adoriere. Genauso wie Lady Lazy, die als Gast zwei Lieder beisteuerte und die ihr euch unbedingt mal anhören müsst.

Aber genug vom #Highlight, ohne #Lowlights wird’s ja unausgewogen. Auch, wenn sie erst positiv daherkommen, wie die Schlagzeilen, die neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt feierten: „Mehr Väter entscheiden sich für Elterngeld“ – „Elterngeld bei Vätern immer beliebter.“ Jürn Kruse hat es bei der taz aufgedröselt: Ja, es nehmen mehr Väter Elterngeld.

ABER!

77,8 sind immer noch Frauen und 22,2 Prozent Männer – zusätzlich beantragen die Frauen im Schnitt (2016) 13,3 Monate Elterngeld, die Väter nur 3,5 Monate. Also so richtig Grund zum Feiern gibt es nicht, dafür mal wieder Anreiz, sich Zahlen genauer anzuschauen.

Apropos. Bei Edition F schreibt Nancy Nielsen zum Thema Selbstständigkeit von Frauen. Bittere Sache und ein geseufztes „so isses“, #Netzfund.

Und nochmal „apropos“. Ans ❤ legen möchte ich euch einen (etwas älteren) Artikel zum BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen), von Svenja Dobberstein, bei Der Freitag. Und ansonsten natürlich jedes einzelne Merkel-Meme der letzten Tage:

Geschrieben habe ich auch und zwar bei ze.tt darüber wie es ist, sich in eine Idee zu verlieben und bei WELT kmpkt über maximal schwachsinnige Vagina-Trends und das Fremdgehen.

Für nächste Woche wünsche ich uns allen ne Runde beständige Sonne und mir Möbel und Internet. Baba, ihr Lieben, macht’s gut!

 

3 Kommentare

  1. „endgültige Abschaffung des „Abtreibungsparagrafen“ §218“

    Das finde ich immer wieder lustig. Die Juristen gehen davon aus, das die Abtreibung eine Tötung gemäß § 212 StGB ist. § 218 StGB ist eine Privilegierung die eine strafmilderung enthält.
    Schafft man § 218 StGB ab, dann schafft man das Recht auf Abtreibung ab und führt eine absolute Strafbarkeit herbei.
    Wenn muss man ihn reformieren

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s