Newsletter: KW 33 in Genderhausen

Wer morgens das Radio anstellt und die Nachrichten aus den USA hört, ist ja eigentlich schon bedient. Und das meine ich nicht so defätistisch, wie es klingt. Aber bei so viel „Das darf doch nicht wahr sein“ verliert man schnell den Blick für viele kleinere „Das darf doch nicht wahr seins“ – und das darf eben auch nicht sein.

Nichtsdestotrotz kontere ich an dieser Stelle wie gewohnt mit einem #Highlight. Und das kommt von Meike Lobo. In einem Longread auf ihrem Blog setzt sich Lobo mit der Debatte um das „Google-Manifest“ auseinander – ein internes Schreiben eines Google-Mitarbeiters, der darin u.a. Kritik an Googles Diversitätsprogrammen übte und, nachdem das Schreiben geleaked wurde, gekündigt wurde. Lobo setzt sich intensivst mit der Debatte auseinander, ordnet sie ein, kritisiert die andozentrische Gesellschaft und zugleich den öffentlichen Umgang mit der Personalie. „Eine kurze Geschichte über Differenzierung und Diskriminierung“. Must read, wirklich. Hier, bitte!

Auch ein Highlight, die Kolumne von Sibylle Berg. Ein Katalog mit Fragen, die Männern nie gestellt werden. Bitte einfach lesen, hier.

Und, apropos Diversität, hier könnt ihr nachlesen was SPON-ChefinBarbara Hans zu dem Thema zu sagen hat – warum Redaktionen mehr Vielfalt brauchen, könnte jeder merken, der in einer (fast beliebigen) Redaktion arbeitet und sollte jeder wissen, der irgendwie denkt, das sei in Medienhäusern „nicht so das Problem“ (Zitat, stud. Praktikantin).

Mein #Lowlight ist auch ein verstecktes Highlight. Nilz Bockelberg hat bei Zeit Online darüber geschrieben, wie er dank seiner Tochter den Feminismus für sich entdeckt hat. Natürlich extrem löblich sowas (allein schon das Feminismus-Outing!), aber warum Männer erst Töchter bekommen müssen, um sich den ein oder anderen Gedanken in Bezug auf Gleichberechtigung zu machen, da kann man sich schon – auch – drüber lustig machen. Wie zum Beispiel die wirklich sehr famose Hadley Freeman. Freeman schreibt beim Guardian und in ihrer Kolumne geht es nicht um Bokelberg, sondern um eine Leserfrage:

I just don’t understand what I have to do any more as a man. The other day, I held a door for a woman and she bit my head off, saying I was “patronising” her. Men just can’t win!

Männer können gar nichts richtig machen! Da nennen sie sich schon selber Feministen, feiern ihre Frauen in aller Öffentlichkeit für ihre Leibesfülle (darüber habe ich bei WELT geschrieben) und die Feminazis keifen weiter rum. Dabei, so Freeman, ist das mit dem Mann-Sein doch nicht soo schwer:

What do you have to do as a man these days? The absolute bare minimum and as long as you manage to fancy your wife, resist pleasuring domestic pets and at least once don’t leave a woman and baby stranded in a train station you’ll be given the Nobel peace prize. Yay, men!

Freeman lege ich euch hiermit ans ❤ und sage nun baba, ihr Lieben, habt eine feine Woche! Bleibt tapfer und kriegt genug Schlaf ab. Ist wichtig.

 

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