Newsletter: KW 47 in Genderhausen

Meine Woche war etwas verkürzt, zwei Katern sei Dank. Dafür habe ich in den verbliebenen Tagen eifrig gesammelt und frage mich beim Blick auf die Liste gerade, worüber wir eigentlich vor „me too“ geredet haben?! Es wird auf jeden Fall noch eine ganze Weile so weitergehen. Gut so. Denn was „me too“ auch zutage gefördert hat: Einen schauerlichen Abgrund an Missverständnissen. Wie Margarete Stokowski, die zuverlässige #Highlight-Frau in ihrer SPON-Kolumne erklärt:

Die Erzählungen vom vor Frauen masturbierenden Louis C.K., vom belästigendem und nötigenden Harvey Weinstein und all den anderen Tätern sind keine Anekdoten über schlecht gelaufenen Sex, sondern Beschreibungen von Gewalt.

Deswegen ist es ja auch so schlicht unverständlich, warum jetzt Leute glauben, man müsse den Flirt abschaffen. Oder, neue Spielart, Leute die glauben, Flirten sei nun einmal übergriffig. Nein, ist es nicht:

Dem Flirt geht es gut. Niemand will ihm was. Der Flirt ist, wenn man mal einen aktuellen Begriff benutzen will, ein atmender Rahmen: eine Situation, die sich über eine Weile erstrecken kann und bei der man gelegentlich die Rahmenbedingungen neu anpassen kann. Indem man sich küsst. Oder ein Bett aufsucht. Oder indem man sagt: Nee, doch nicht. Oder was anderes. Niemand auf der Welt will daran etwas ändern, außer religiöse Fundamentalisten, und die sind verrückt.

#Lowlight eigentlich klar: die Verurteilung einer Frauenärztin wegen unerlaubter Werbung zu Schwangerschaftsabbrüchen (Hier gut nachzulesen). Kurz zum Hintergrund: Die Ärztin hatte im Jahr 2015 auf ihrer Website angegeben Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen, ein Link führte zu einem Pdf mit medizinischen Informationen über den Eingriff. Und ja, es ist hierzulande strafbar, Abtreibungen aus finanziellem Vorteil anzubieten, anzukündigen oder anzupreisen. Dafür wurde die Ärztin nun verurteilt, weil sie Informationen angeboten hatte. Womit wir beim eigentlichen Problem sind: Der Möglichkeit von Frauen, sich umfassend über einen solchen Schritt informieren zu können. Hier wird das Recht auf freie Information eingeschränkt aber nun hoffentlich – die SPD ist nach vorne geprescht – endlich mal über die Abschaffung/Änderung dieser Paragrafen diskutiert.

Ans ❤ legen möchte ich euch ein Gespräch mit Kate Manne, einer US-amerikanischen Wissenschaftlerin, die ein Buch zur Misogynie aus philosophischer Perspektive geschrieben hat. Spannend! Und noch etwas: Zwar schon fast vier Jahre alt, aber sehr aktuell. Ein Interview im Stern mit Peter Modler, einem Coach der Manager im Umgang mit Frauen sensibilisiert. Ein #Netzfund mit Leseempfehlung. Hier!

Und das fand ich irgendwie ganz lustig:

Geschrieben habe ich auch und zwar bei ze.tt über Friends with Benefits und bei der WELT kmpkt über die Frage, wann es am wahrscheinlichsten ist, vom Partner*in betrogen zu werden.

Baba, ihr Lieben, macht’s gut. Ich habe mir vorgestern eine Tageslichtlampe bestellt. Und werde berichten. In diesem Sinne: Uns allen mehr Serotonine!

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