Newsletter: KW 50 in Genderhausen

Ganz ehrlich, bei mir ist gerade ein bisschen die Luft raus. Ich bin platt. Seltsam, wie sich diese Plattheit so zuverlässig zu Jahresende bemerkbar macht, aber ich hinterfrage gerade nicht, ich gönne mir. Bücher, Museen, Essen. Repeat. Daher ist auch dieser Newsletter ein sparflammiger – seht’s mir nach!

Los geht es mit einem #Highlight – ihr werdet es mitbekommen haben: Die Kurzgeschichte „Cat Person“ beim New Yorker hat ganz schön Wirbel gemacht. Ich habe sie relativ spät gelesen und war dann angetan. Richtig gut! Habe aber etwas gebraucht um zu verstehen, wie die #metoo-Debatte damit verknüpft wurde. Ganz grob umrissen: Eine junge Frau fängt an einen etwas älteren Typen zu daten. Es wird seltsam, beim zweiten Date schlafen sie miteinander, der Sex ist furchtbar. Aber Margot, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, zieht trotzdem durch. An dieser Stelle sahen viele Verknüpfungen zur #metoo-Debatte – und vor allem männliche Kommentatoren bliesen zur Hexenjagd auf die Autorin, in derer Schreibe der Mann nicht wirklich gut weg kommt. Das hat Kaite Welsh im Guardian schön kommentiert:

When a man writes about love, he’s writing about the human condition. When a woman does it, it’s emotional pornography.

Und Hannah Lühmann schreibt bei der Welt:

Der Text gibt, und das ist, was Literatur ausmacht, einer Erfahrung Sprache, die keine individuelle, sondern eine, wenn auch nicht universale, dann wohl jedenfalls häufig eine weibliche ist.

Wäre diese Geschichte einfach nur die Preisgabe eines unterstellten männlichen Verhaltens an die Lächerlichkeit, wäre sie nicht gut.

Genau. Ich fand sie ziemlich gut. Was denkt ihr? Hier könnt ihr sie lesen.

Ein #Lowlight kommt – sehr zuverlässig – aus der Welt des Journalismus. Der Reporterpreis wurde verliehen und die Preisträger waren fast alle Männer. Nur 4 von 34 Ausgezeichneten waren Frauen. Sascha Lobo nannte die Veranstaltung kurz und knapp eine „Pimmelparade“. Die Preisverleihung wurde also heftigst diskutiert und kritisiert. Denn auch die Gründe liegen nicht unbedingt auf der Hand, die Texte werden nämlich anonym bewertet, und Bewerbungen können selbst eingereicht werden. Cordt Schnibben schlug vor, reine Männerteams vom Preis auszuschließen.

Was haltet ihr von Schnibbens Vorschlag? Habt ihr noch andere Ideen?

Geschrieben habe ich auch und zwar bei Welt kmpkt über Männer und welches Körperteil sie besonders attraktiv macht und nochmal über Männer: Warum sie schlechter Single sein können.

Baba, ihr Lieben, macht’s gut. Nächste Woche ist Weihnachten, da gibt es eine Pause vom Newsletter. Ich meld mich also im neuen Jahr wieder bei Euch und wünsche bis dahin, von Herzen: Ein wunderbares Fest, hoffentlich ein paar entspannte, freie Tage und einen famosen Rutsch in ein glückliches neues Jahr. No less!! ❤

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s