Newsletter: KW 1 in Genderhausen

Wie schön: Eine stramme, vielversprechende „1“. Und hoffentlich viel Mut und Muße für 2018. Ich wünsche euch jedenfalls ein wunderbares Jahr. Bin mir ganz sicher, dass das was wird. Wirklich ganz sicher! Aber falls ihr auch noch ein wenig im Limbo steckt, vielleicht zunächst ein Vorschlag zur Rückschau. Okka Rohd hat auf ihrem Blog 17 Fragen an das letzte Jahr aufgestellt. Ich bin selbst noch nicht dazu gekommen, sie mir mal in Ruhe zu beantworten, aber zur Not funktionieren die ja auch 2019 noch: Schaut mal hier.

So, aber was geht in Genderhausen? Silvester gab es natürlich jede Menge (bewusst) mißverständlich formulierte Schlagzeilen zum Thema „Sicherheit“. Beispielhaft die „B.Z.“, die suggerierte es gebe auf einmal vom Roten Kreuz gestellte „Schutzzonen“ für Frauen an Silvester. Solche Zonen gibt es seit 2003 auf dem Oktoberfest und es sind auch keine „Schutzzonen“, sondern Anlaufstellen für Frauen. Die SZ klärt auf.

Und #metoo ist natürlich auch 2018 noch wichtig. Ende des Jahres hatte Ingrid Steeger dem SZ Magazin noch ein Interview gegeben. Die Schauspielerin hatte vor einiger Zeit schon bekannt, Opfer sexuellen Mißbrauchs gewesen zu sein. Wer sie ernst genommen hat? Eigentlich niemand. Und Steeger war übrigens auch mal mit Dieter Wedel verheiratet. Der sich nun ebenfalls entsprechenden Vorwürfen gegenübersieht, die drei Schauspielerinnen im aktuellen Zeit Magazin gegen ihn erheben. In einigen Medien war umgehend von „Sex-Vorwürfen“ die Rede. „Sex-Vorwürfe“! Ja. man würde sich ja wirklich mal wünschen, dass Journalist*innen im Jahr 2018 endlich mal den Unterschied zwischen „Sex“ (einvernehmlich) und sexuellem Mißbrauch/Belästigung (nicht einvernehmlich) verstehen.

Aber mal was Schönes. Ein #Highlight sozusagen. Nils Pickerts Bekenntnis im Freitag: „Ich bin Feminist!“. Pickert beschreibt, warum er so lange mit dem Begriff gerungen hat:

Ich stecke zwischen Beschimpfungen als lila Pudel, Pimmelzwerg und Feminazi durch Geschlechtsgenossen. Und Vorwürfen von Feministinnen, mit meinem unzureichenden Wissen einen der raren Plätze an der Sonne zu belegen.

Aber auch, warum er dieses Bekenntnis für so wichtig hält:

Er macht mir Beine, wenn ich strukturelle Ungerechtigkeit als persönliche Befindlichkeit umdeklariere und aus reiner Bequemlichkeit das Private nicht politisch finden möchte.

Und gerade diesen Satz finde ich so entscheidend. Genderhausen ist überall. Zu begreifen, dass unser Sex und die Liebe und das blöde Dating (auch) politisch sind, ist anstrengend. Aber für mich der Kern meines Feminismus. Und in dem Zusammenhang: Lest euch bitte das Interview mit der Psychologin Sandra Konrad durch. Konrad hat ein Buch geschrieben („Das beherrschte Geschlecht“), indem sie die Gleichberechtigung als modernern Mythos entlarvt und erklärt, warum es mit der sexuellen Freiheit von Frauen nicht weit her ist:

[Es hat sich] beispielsweise nichts daran geändert […], dass die sexuelle Freiheit der Frau darin besteht, das zu wollen, was der Mann will. Die Frau als sexuell selbstbestimmtes Wesen ist eine Fata Morgana – oft gesehen und herbeigewünscht, aber sie löst sich zwangsläufig in Luft auf, je näher man ihr kommt.

Hier geht es zum Interview. Ein Must-Read für 2018. Ich leg mich fest.

Geschrieben habe ich übrigens…nichts.

Und euch, ihr Lieben, wünsche ich jetzt eine frohe zweite Woche. Lasst es euch gut gehen. Baba!

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