Newsletter: KW 5 in Genderhausen

Zugegeben: Ich habe jetzt nicht so ganz viel mitbekommen in der letzten Woche. Glückstrunkenes Gelatsche durch London ist meine Entschuldigung, aber ich hab trotzdem nebenbei und zwischendrin gesammelt und zwar #Highlights! Nummer1: Ein Artikel von Will Fraker: Gender ist tot, lang lebe Gender! Fraker hat sich die Mühe gemacht sehr schlau und einleuchtend aufzuschreiben, was es mit Gender denn nun auf sich hat. Vermutlich ist die gängigste Definition von „Gender“ geprägt von einer losen Lesart von Judith Butler. Gender, so heißt es dann, sei „sozial gemacht.“ Dass dieses Definition zu kurz greift und es daher Sinn macht, sich das Konzept der Performativität noch einmal genauer anzuschauen, erklärt Fraker sehr anschaulich:

It’s a way of making strange that which feels intuitive, of challenging us to take a second look at what appears self-evident. Performativity encourages us not only to see the world differently, but to imagine how we might do it differently.

Und ein zweites #Highlight: Eva Reisinger hat für ze.tt die Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling interviewt. Was geht in Sexistinnen vor? Warum gibt es überhaupt Frauen, die sich sexistisch gegenüber anderen Frauen verhalten?

Eine Frau, die sexistisch ist, ist in der Regel nicht nur sexistisch, sondern denkt auch in anderen Bereichen hierarchisch. In dieser Welt haben Reiche besser gearbeitet als Arme und darum sind sie privilegiert. Wer Macht hat, hat sich diese erkämpft. Wer keine hat, ist selbst schuld.

Ein drittes #Highlight und eine große Leseempfehlung, der Beitrag von Leïla Slimani für Libération (auf Deutsch bei SPON). Die Autorin antwortet auf den offenen Brief von Catherine Deneuve und Catherine Millet u.a., die sich kritisch zur #MeToo-Debatte positioniert hatten:

Ich fordere die Freiheit, dass man weder meine Haltung noch meine Kleidung, meinen Gang, die Form meines Hinterns oder die Größe meiner Brüste kommentiert. Ich beanspruche mein Recht, in Ruhe gelassen zu werden, allein sein zu dürfen, mich ohne Angst fortbewegen zu können. Ich will nicht nur eine innere Freiheit. Ich will die Freiheit, draußen zu leben, in der Öffentlichkeit, in einer Welt, die auch ein bisschen mir gehört.

Hier ist der Text zu lesen.

Jade Hameister kommt aus Melbourne, ist 16 Jahre alt und die nun jüngste Person der der „Polar Hattrick“ (auf Skiern zum Nordpol, zum Südpol und durch Grönland) gelungen ist. Auf sozialen Medien durfte sie sich deswegen anhören, sie solle doch lieber in der Küche bleiben und Butterbrote schmieren. Ihre Reaktion bei Facebook:

„Ich habe dir ein Sandwich geschmiert (Schinken und Käse). Jetzt musst du nur noch 37 Tage und 600 km zum Südpol Ski fahren, dann kannst Du es essen.“

In England wird gerade vielerorts der Suffragetten gedacht. Den Frauen, die für die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahre gekämpft haben. In der National Portrait Gallery in London gibt es eine (sehr kleine, aber) interessante Ausstellung dazu und der Guardian nutzt den Anlass um daran zu erinnern, dass es auch heute noch viele viele gute Gründe gibt, sich politisch für Frauenrechte zu engagieren. Mutterschutz, gerechte Bezahlung, häusliche Gewalt und Kinderbetreuung sind nur ein paar Beispiele:

We owe it to the suffragettes to keep campaigning for women

Geschrieben habe ich auch und zwar bei ze.tt über einen sehr hartnäckigen Mythos: Vaginas können ausleiern und sind nur „eng“ für Sex besonders gut. Alles Quatsch, hat mir die Ärztin und Sexualtherapeutin Carla Thiele erklärt!

Baba, ihr Lieben, macht’s gut. Ich bin schon wieder auf dem Sprung nach Köln, aus aktuellem Anlass, aber melde mich trotzdem pünktlich am Rosenmontag mit dem nächsten Newsletter.

Eine feine Woche Euch, feiert (ggf.) anständig und in jedem Fall einfach mal: Alaaf!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s