Newsletter: KW 7 in Genderhausen

Ich glaube ja nach wie vor daran, dass es irgendwann nochmal ein wenig mehr normal wird, dieses Jahr. Mehr Alltag etc.. Noch ist aber nach wie vor zu viel los: Ich habe einen neuen Job, zum Beispiel. Seit letzter Woche Freitag arbeite ich als Features Redakteurin bei watson.de – wir gehen Ende März live, ich freu mich – ganz unübertrieben – wie jeck. Und apropos. Anne und Sophie sind zur Berlinale zu Besuch und das freut mich auch wie jeck: Anne stellt hier „Hit and Run“ vor, eine ZDF-Webserie, die sie gecastet hat. Ganz feine Sache, schaut doch mal:

Und Sophie hat gestern Abend ihren neuen Film gezeigt: Grave Butler. Der Film hatte vor einer Woche in München Teampremiere, hier in Berlin hat sie ihn im Freundeskreis gezeigt – und hier ist der Trailer. Noch so eine große Empfehlung!

Apropos Film. #metoo, wir müssen reden. Sebastian Schipper, der Regisseur von „Victoria“, hat SPON ein Interview zur Causa Wedel gegeben. Schipper hat selbst als Schauspieler unter Wedel gearbeitet und bedauert es, dass er Wedels despotisches und übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen nicht direkt und offen kritisiert hat. Er hatte Angst. Auch deswegen äußert er sich jetzt so selbstkritisch und greift auch Ulrich Tukur an, der Wedel öffentlich verteidigt hatte:

Ich finde es extrem unangemessen, dass sich Tukur zu Wort zu meldet, obwohl er nichts beizutragen hat. Zugespitzt gesagt: In dem Interview steht nicht mehr drin als „Mich hat er nicht vergewaltigt“ – und das ist läppisch. Wie kann Ulrich Tukur sagen, dass er nichts bei den Dreharbeiten gesehen oder bemerkt hat? Die Frauen, die keine Rollen bekommen haben, weil sie beim Casting mit Wedel nicht gefügig waren, kann man nicht sehen. Außerdem ist Tukur ein Mann und ein Star. Wedel würde doch den Teufel tun und einem Ulrich Tukur doof kommen. Deshalb ist es eine Nullaussage, dass ihm nichts aufgefallen ist.

Aber schauen wir mal über den Teich. Mona Chalabi, eine Datenjournalistin des Guardian (US), hat nun einen Podcast: Strange Bird. In der ersten Folge geht es um die Erfahrung einer Fehlgeburt – warum reden wir eigentlich so wenig darüber? Sehr empfehlenswert!

Genau wie dieser Artikel in der New York Times: Die Redaktion setzt sich selbstkritisch mit der Frage auseinander, warum so wenig weibliche Experten (sic!) in Berichten zitiert werden. Es ist komplex und lässt sich nicht einfach dadurch lösen, in dem man als Journalist*in öfter Frauen anruft:

But the truth — we are reminded every time we try to quote female experts — is that the gender balance of our articles is only the final step in a process of gender discrimination that begins long before we pick up a phone to begin reporting.

Der „gender bias“ ist systemisch – aber es lässt sich trotzdem etwas tun. Step by step:

We can’t fix those imbalances on our own, but we can try to correct for them in our own writing by ignoring seniority and deciding for ourselves whose work is worth quoting. We start by looking offline to find equally qualified — or, often, better qualified — women, by scanning academic journals and asking around for names.

Zum Schluß eine weitere große Leseempfehlung: Doreen St.Félix im New Yorker über das neue Porträt von Michelle Obama. Einer Frau, die ich – wie wohl viele von euch – massiv feiere. Und tolle Frauen feiern wir grundsätzlich zu wenig. In diesem Sinne freue ich mich jetzt nochmal eine Runde über Anne und Sophie und ihr Hiersein und lege Euch noch meinen letzten – Seufz – Artikel für ze.tt ans Herz: Ab diesem Zeitpunkt solltest du aufhören, über deine Ex-Beziehung zu reden.

Baba, ihr Lieben, macht’s gut. Zieht euch warm an und kommt gut rein, in die Woche.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s